11
Mai 10

Persönlicher Statistik Fetischismus

“Humans make errors. We make errors of fact and errors of judgment.These weaknesses put us at a disadvantage. We make decisions with partial information. We are forced to steer by guesswork. We go with our gut. That is, what some of us do. Others use data. “

Aus der Einleitung von “The Data Driven Life” einem stark empfehlenswerten NYT-Artikel zum dem heißer-Scheiß Thema “personal informatics” von WIRED-Schreiber Gary Wolf.

Kernthese des Artikels ist, dass es in unser schönen neuen Gadget-Welt immer einfacher wird “Daten” in unserem Alltag zu sammeln. Man muss dazu nicht mehr zum Excel-Freak mutieren, sondern sammelt nebenbei mit iPhone und dem anderen teuren Kram.
Worum es dann geht, ist sich diese Daten intelligent zu Nutze machen.
Mich fasziniert der Ansatz echt-“empirische”( nicht geratene oder vermutete) Daten zu nutzen, um  sich eigener Verhaltensmuster bewusst zu werden und daraus zu lernen. Das ist nicht nur spannend und macht Spaß, sondern kann bei der Suche nach Problemen und Optimierungspotentialen im eigenen Alltag auch wirklich nützlich sein. Der Anzahl an Nutzungsszenarien setzt nur die eigenen Kreativität Grenzen. Ich tracke ab jetzt meine Toilletengänge.
Welche Möglichkeiten sich erst auftun, wenn in der Zukunft auch Regierungen oder größere Gruppen Gebrauch von “personal informatics” machen, wird uns glaube ich noch lange beschäftigten. Jetzt aber zum Punkt.

Inspiriert von den Möglichkeiten und gespannt was diese in der Praxis dann tatsächlich bringen, habe ich mich mal auf die Suche nach den geeigneten Werkzeugen zur Datensammlung umgeschaut.  Zu fast jedem Lebensbereich gibt es inzwischen eine kleine Web- oder iPhone-App, in manchen Fällen sogar ein ganzes Social-Network drummherum. Hier mal was ich so gefunden habe. Über neue Empfehlungen eurerseits würde ich mich freuen. Also los:

Universale Alles-Tracker:

Dayta
iPhone-App die so ziemlich alles zählt, trackt und visualisiert, was man will. Nebenbei noch schön fürs Auge. (0,79 € | iTunes-Link)

Momento
iPhone-Tagebuch mit  Tagging-Möglichkeiten wo geht. Special-Feature für Faule: Importiert die eigenen Twitter-, Facebook-, und Flickr-Posts als “Momente” in den Tagebuch-Stream. (1,59 € | iTunes-Link)

Tallyzoo
“If it’s important to you, track it!” Webapp + mobil-tracking am iPhone.
(1,59 € | iTunes-Link – Auch als 0,00€ Version-dafür mit Werbung | iTunes-Link)

Limits
Ziele oder ‘Limits’ festlegen, Fortschritt festhalten oder aufpassen das man die gesetzten Grenzen nicht überschreitet.
( 0,79 € | iTunes-Link)

your.flowingdata.com
“Capture your Life. One tweet at a time.”

Sonstige Tracking-Konzepte

WhereDoYouGo
“Create a heatmap of your city using your Foursquare-Checkins”

Medienkonsum & So

ReadMore
Die eigenen Reading-Habits tracken. Wie lange, wie oft, mit welcher Geschwindigkeit. Interface in schön mit Holz und so :)
( 1,59 € | iTunes-Link)

Goodreads
Social-Network für Bücherwürmer. Welche Bücher man selber so liest, Reviews dazu und was die Freunde und Kontakte so lesen. Gibt’s auch kostenlos fürs iPhone (iTunes-Link)

Wakoopa
Wann und wieviele Stunden verschwendet man auf Facebook, Twitter und wann ist man brav am Schreiben in Pages unterwegs. Funktioniert sowohl für Webapps, als auch mit kleinem Tracker für den Mac; inklusive Social Network und was die Freunde so nutzen.

Fitness, Gesundheit & So

RunKeeper
Alles von Joggen, Radln, Fitness und Co. Als Free und Pro für Android, iPhone und im im Web.

Weightbot
Das eigene Gewicht, auf dem iPhone, inklusive Interface Eye-Candy. Für Freaks auch in Kombination mit der passenden W-Lan Wage. (1,59 € | iTunes-Link)

SleepCycle
Analysiert die Schlafgewohnheiten und weckt in der Leichtschlafphase. Wirksamkeit fragwürdig. (0,79 € | iTunes-Link)

Was “trackt” ihr selber so und wofür nutzt ihr diese Daten? Welche Tools gibt’s noch zu empfehlen? Welche taugen gar nichts? Lasst mal hören.


18
Apr 10

Flattr – Wieviel Euro ist euch das Web wert?

Es war ja mal wieder Deutschlands-Webklassentreffen: re:publica 2010 Leider konnte ich wegen einem Abitur auf der ToDo-Liste nicht live dabei sein. Trotzdem schwappt über Twitter und Feedreader die Inspirationswelle, doch auch auf den heimischen Screen über.

Neben einem “gehirnwegblasendem” Vortrag von Peter Kruse zum Thema “Digital Natives vs. Digital Visitors”, hat dabei auch Pirate-Bay-Gründer Peter Sunde seinen neuesten Sprössling vorgestellt: FLATTR
Die Idee ist dabei so einfach und doch so genial. Besser erklären können das aber die Macher selbst:

Sofort kommen natürlich die üblichen Fragen:
“Was ist mit der kritischen Masse?”, “Was verdient Flattr dabei?” “Was passiert mit meinen Daten?” “Ist das nicht nur ein anderes PayPal usw? “ usw..
Diese Fragen haben alle Ihre Berechtigung und werden mit entscheidend über den Erfolg von Flattr sein. Momentan ist Flattr aber sowieso noch eine closed-Beta, d.h. mitmachen klappt nur per Invite-Code. Wir werden sehen.

Viel interessanter finde ich jedoch die Frage ob und wieviel wir tatsächlich bereit sind, für unsere tägliche Dosis Web-Input zu zahlen? Nicht was würdet ihr für Projekt XY spenden oder was würdet ihr für eine Ausgabe von Zeitung-Z auf dem iPad zahlen?

Was würdet ihr pauschal im Monat für ALLE Inhalte, die ihr im Web konsumiert zahlen?

Wenn es möglich wäre einen Betrag festzulegen, der dem Wert entspricht den die Inhalte die ihr lest, schaut und hört für euch haben – Wieviel EURO wären das?

Die Antwort auf diese Frage ist wohl entscheidend für den Erfolg und die Aufrechterhaltung des Netzes wie wir es kennen und lieben. Weil ich die Frage so spannend find habe ich unter diesem Beitrag gleich noch eine kleine Umfrage eingebastelt. Je mehr Meinungen desto representativer und spannender wird die Diskussion natürlich ;-)

Wieviel €uro groß wäre dein monatlicher "Flattr-Kuchen"?

View Results

Loading ... Loading ...

11
Feb 10

Die Kopfhörerfrage: Sennheiser MM 60 iPhone


Entscheidendes Element für das digitale Wellbeing im Otto-Normal-Geek Alltag sind wohl unumstritten ein paar praktische, “gscheite” Kopfhörer.

Aber: Das “too-much-chooice” Problem: In-Ear, On-Ear, Around-Ear, Bluetooth, Bose, Sennheiser, Sure, Soundqualität, Tragekomfort, Preis-Leistung, Größe usw.

DIE allumfassende Weltformel mit DER Lösung gibt es wohl für Keinen. Ich hab für mich jetzt aber mal was Nettes gefunden:

Sennheiser MM60 iPhone:

Was ich wollte und warum die:

  • Headset und vor allem die praktische Fernbedienung am Kabel will der faule Dauernutzer nicht mehr vermissen.
  • Budget so 50-60 €; “Richtig” gehört wird daheim.
  • In-Ear fühlt sich bei mir so komfortabel an, wie sich die eigenen Finger in die Ohren zu stecken. Schalldichtigkeit nach außen kommt auf dem Fahrrad auch nicht so ideal. Die Sennheiser MM 50 (Amazon) wären damit ausgeschieden. (->Review beim iphoneblog) Ergo was mit Bügel:
  • Also kurz was können die MM 60:
    Komfortabel Tragbar, nicht zu protzig, guter Sound (ein wenig mehr Bass vielleicht).
    Mein persönliches Highlight ist das mitgeliferte Travelcase, in dem die Dinger durch die Weltgeschichte getragen werden.
    So ein frischer Kabelsalat am morgen kann einem bei -5 Grad nämlich ganz schön die Laune verderben. Damit ist jetzt finito:

    1. Earpads zur Seite Klappen
    2. Kopfhörer zusammenklappen
    3. Rein ins Case
    4. Kabel knotenfrei umwickeln.

    Das Case hat so noch akzeptable Jackentaschengröße und die Auspack/Einpackzeremonie nervt nach ein wenig Alltagsübung weniger als zunächst vermutet.

    Würde die jetzt pauschal mal weiterempfehlen. Wer auch will, kann die für so 52 € irgendwas bei Amazon bestellen: Sennheiser MM 60 iPhone


    16
    Dez 09

    Marktlücke für Lokalmagazine?

    Im Foyer des Münchner Volkstheaters steht unscheinbar in einer Ecke ein kleiner Stapel Magazine. Der Magazin-Junkie in mir muss sowas natürlich erstmal auschecken:

    Also, “CURT” entdeckt. Soso, Stadtmagazin München – Kenn ich ja noch gar nicht. Ein gutes Stadtmagazin wünsche ich mir doch schon lange…
    Beim ersten Durchblättern dann ein ziemliches “Oho” über die feine Anfassqualität und das echt profimäßige Layout. Nach Theater und in aller Ruhe zu Hause dann ein Zweites “Oho!”.
    Auch inhaltlich eine frische Mische aus lokalen Beiträgen und dem Blick über den Tellerrand + anders als sonst, fast erschreckend wenig Werbung:

    Da wären dann zum Beispiel:
    • 8 Seiten über die Graffiti und Streetart-Historie von München
    theyesmenfixtheworld & wearewhatwedo.de unter “die Kunst des Lächelns”
    • Interviews mit Element of Crime, Röyksopp, Sido und Tocotronic

    Wie ich auf der Webseite rausgefunden habe erscheint “CURT” 1x jedes Quartal. Ebenso übrigens für den Raum Erlangen/Nürnberg.

    Das gute Stück gibt’s ummasunst in so netten Läden wie z.B. Café Kosmos, am Hochhaus, Bergwolf u.v.m. Faule oder Nichtfinder können sich das Heft sogar zuschicken lassen- ebenfalls für umme.

    Summa summarum also ein kleiner Schritt in Richtung Traum-Stadtmagazin.
    Genau hier machte ich mir dann einen smarten Gedanken, den ich natürlich nicht vorenthalten kann:

    Haben wir da nicht eigentlich eine ziemliche Marktlücke?

    Im Lokalteil der Tageszeitungen scheint mir oft der Platz für die etwas ausführlicheren tiefer-gehenden Artikel, die “größere Perspektive” also, zu fehlen: Wohin entwickelt sich die Stadt? Was könnte man besser machen? Wie läuft es in anderen Städten? Wie kann man sich beteiligen? Wer bewegt was im eigenen Viertel?
    Solche Fragen lese ich im Lokalteil unserer lieben Süddeutschen doch nur selten.

    Klar gibt es auch auf Papier bereits viele so-called “Stadtmagazine”aber alle ,die ich bisher kenne, (PRINZ, In-Muenchen) sind im Wesentlichen nicht mehr als ein große Location- und Event-Promotion.
    Weitergedachte Artikel und echte redaktionelle Inhalte sind da Mangelware oder sogar Fehlanzeige. Wie auch- wenn ein Magazin wie Prinz über 200 Städte gleichzeitig Bescheid wissen will!

    Gibt es diese Marktlücke wirklich, oder ist das mein persönliches Wunschdenken?
    Berlin, Köln Hamburg? Wärt Ihr bereit für ein gutgemachtes Magazin monatlich auch etwas zu bezahlen?